Freitag, 25. November 2016

Jagdgesetz ändern!


Kuriose Gesetzesbestimmung: Jäger und Jägerinnen sind zum Schutz des Wildes vor Raubwild
 verpflichtet; Foto: Baummarder, J.Surrey


Beim Prozess gegen die Luchsjägerin (Frau W., OÖ Kalkalpen) wurde zur Verteidigung der Jägerin das noch immer gültige Oö. Jagdgesetz zitiert, das die Jägerschaft verpflichtet, das Wild vor Raubwild zu schützen.

Es gibt kein schädliches Wild
Das aus dem Jahr 1964 stammende Jagdgesetz hat noch weitere nicht mehr zeitgemäße Anordnungen. So wird den Jagdausübungsberechtigten unter dem Titel „Schädliches Wild“ aufgetragen, Raubvögel „möglichst kurz zu halten“, also von allen nicht ausdrücklich geschützten Vögeln möglichst viele zu fangen oder zu erschießen - ohne Rücksicht auf die natürlichen Abläufe in
der Natur.

Fütterung
Auch die gesetzlich vorgeschriebene Wildfütterung ist nicht mehr zeitgemäß. Die Naturschutzorganisationen fordern hier zwar nicht ein Fütterungsverbot, wie es in anderen Ländern schon besteht. Es soll aber der Zwang zum Füttern wegfallen. In Notzeiten soll weiter gefüttert werden dürfen, aber eben nur in Notzeiten.

Jagdschein entziehen
Der Luchsjägerin wurde die Jagderlaubnis nur 2,5 Jahre entzogen. Da müssen die Gesetze so geändert werden, dass in Extremfällen die Jagderlaubnis lebenslang entzogen werden kann.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Wer fürchtet sich vorm Wolf?

Wolfsrudel am Truppenübungsplatz Allentsteig, Waldviertel, 2016
Nach mehr als hundert Jahren gibt es wieder ein Wolfsrudel in Österreich - am Truppenübungsplatz Allentsteig. Auch im Freiwald wurden 2016 Wölfe genetisch bestätigt. Österreichweit bringen sich Bauernverbände und Umweltminister gegen den Wolf in Stellung, trotz nationaler und internationaler Schutzvorgaben. Naturschutzverbände treten naturgemäß für den Wolf auf.  

Doch was machen eigentlich die rechtlich dafür zuständigen Länder?

Dienstag, 24. Februar 2015

Warscheneck ...

Schafferteich

NEIN zu Naturzerstörung und Vernichtung öffentlicher Gelder!

JA zur Rettung der Wurzeralm!



Eine Skischaukel soll Naturjuwel zerstören

Eine unterirdische Stollenbahn zwischen Schafferteich und Frauenkar soll die beiden Skigebiete Hinterstoder-Höss und Wurzeralm verbinden. Eine Bahn, für die Hin- und Rückfahrt, gänzlich unterirdisch. Zusätzlich sechs Seilbahnen zur Steyrsbergreith und zur Schmidleitenreith, alle unter der kritischen Seehöhe von 1500 Meter, sowie Parkplätze, Speicherteiche, Straßen und sonstige Infrastrukturanlagen braucht es für die Verbindung. Die negativen Auswirkungen wären enorm.

Die NaturAG Oberösterreich unterstützt die Bemühungen des Mollner Kreises und aller anderen Vereine und Organisationen, die sich für ein ökologisch intaktes Warscheneck und bessere Lösungen für die Region einsetzen.

Mehr dazu unter: www.warscheneck.at.
Unterstützen Sie bitte auch unsere Petition.


Dienstag, 20. Januar 2015

Wie Fördergelder für die Landwirtschaft die Natur schützen könnten

Das steht im oö. Natur- und Landschaftsschutzgesetz:

Zielsetzungen und Aufgaben:

(1) Dieses Landesgesetz hat zum Ziel, die heimische Natur und Landschaft in ihren Lebens- oder Erscheinungsformen zu erhalten, sie zu gestalten und zu pflegen und dadurch dem Menschen eine ihm angemessene bestmögliche Lebensgrundlage zu sichern (öffentliches Interesse am Natur- und Landschaftsschutz).

(2) Durch dieses Landesgesetz werden insbesondere geschützt:
1. das ungestörte Wirkungsgefüge des Naturhaushaltes (Ablauf natürlicher Entwicklungen);
2. der Artenreichtum der heimischen Pflanzen-, Pilz- und Tierwelt (Artenschutz) sowie deren natürliche Lebensräume und Lebensgrundlagen (Biotopschutz);
3. die Vielfalt, Eigenart, Schönheit und der Erholungswert der Landschaft;


Das ist die Realität 2014:
Ein äußerst besorgniserregender Zustand der Natur
https://docs.google.com/file/d/0ByXuN_v1UqIuMWJZSTE4MHhoc1U/edit?pli=1


Das könnte die Situation verbessern:
Der gezielte Einsatz der Fördermittel (Landwirtschaftsförderung durch das Land OÖ)


Fördergelder könnten die bedrohte Artenvielfalt schützen,
wenn durch deren Einsatz statt der Produktion von einheitsgrünen Graslandschaften die Bewirtschaftung blumenreicher Wiesen gefördert wird.

Solche Blumenwiesen, die nur 1-2x jährlich gemäht werden, ermöglichen nicht nur Wiesenbrütern das Überleben, sondern auch Wildbienen, Schmetterlingen und viele andere Arten. Außerdem liefern sie struktur- und abwechslungsreiches Futter und garantieren dadurch eine erhöhte Tiergesundheit. Sie sind seit Jahrhunderten ein Erfolgsmodell für Nachhaltigkeit in der Kulturlandschaft, ihre pflegliche Nutzung sichert die Artenvielfalt.

Die Agrarindustrie verfolgt freilich ein anderes Ziel, nämlich Gewinnmaximierung – auf Kosten der Natur. Artenreichen Blumenwiesen steht eine düstere Zukunft bevor. In Gunstlagen sind sie der Intensivierung bereits zum Opfer gefallen. Dort, wo sie bis heute erhalten geblieben sind, droht ihnen jetzt ein ähnliches Schicksal, wenn mit dem neuen ÖPUL*-Programm die Förderung für ertragsschwächere Wiesen reduziert statt deutlich angehoben wird. Es ist zu befürchten, dass viele Bauern die letzten Blumenwiesen umbrechen oder aufforsten.


Fördergelder könnten den umsichtigen Bauern nützen,
wenn für die mühsame Pflege solcher wertvollen Flächen und für Neuanlage und Erhaltung von Hecken, Rainen oder Obstbaumwiesen und anderer Landschaftselemente* ein attraktives Angebot gemacht wird.

Zum naturverträglichen Umgang mit diesen Landschaftselementen sollen aber nicht nur Bauern verpflichtet werden, die an UBB* oder Bio teilnehmen, sondern alle landwirtschaftlichen Betriebe, das entspricht auch der Zielsetzung des oö. Natur- und Landschaftsschutzgesetzes.

Und die bisherigen Praxis der Förderungs-Berechnung muss sich ändern. Bisher haben nämlich die AMA*-Kontrollore schmale Feldraine, Steinhaufen, selbst Flächen, auf die von Hecken oder Feldgehölzen Schatten geworfen wird, aus den Landwirtschaftlichen Nutzflächen herausgerechnet und für diese Flächen Fördergeld abgezogen. So wird eine nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung verhindert. Die Bauern werden diese Landschaftselemente zerstören, indem sie die Raine umackern, die Steine entfernen, alles begradigen etc. Das bringt ihnen mehr Geld und weniger bürokratische Scherereien. Der Lebensraumschutz bleibt auf der Strecke.

Eine großzügige Förderung, die sicherstellt, dass sich die arbeitsaufwändige naturschonende Bewirtschaftung auch lohnt, könnte auch in benachteiligten Gebieten manche Nutzungsaufgabe verhindern.


Fördergelder könnten die Gesellschaft beschützen,
weil man damit verhindern kann, dass künftig ausgeräumte und strukturlose Produktionslandschaften, die ihrer vielfältigen Ökosystemleistungen beraubt wurden, unser Lebensumfeld bestimmen.

Das landwirtschaftliche Förderwesen zielt – vermehrt auch indirekt – immer stärker auf die bedingungslose Ausbeutung und nicht auf den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen ab. Etwa 92 % von Oberösterreich sind als Grünland gewidmet, der weitaus überwiegende Anteil dient der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung. Während Wald- und Ackerflächen zunehmen und zudem die Flächenversiegelung in beängstigendem Ausmaß ansteigt, verschwinden die Wiesen und Strukturelemente – und damit ein Teil der landschaftlichen Identität. Der so hoch gepriesene Wirtschaftsraum Oberösterreich kann nur dann lebenswert bleiben, wenn die Förderungen für Naturschutzmaßnahmen auch zielgerichtet bei den Bauern und Bäuerinnen ankommen. [mehr]


*ÖPUL = Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft
*UBB = umweltgerechte und biodiversitätssteigernde Bewirtschaftung von Acker und Grünland) *Landschaftselemente sind z.B. Wiesenraine, Hecken, Böschungen, Trockensteinmauern, Einzelbäume, Gräben, Tümpel ...Über ihren Wert gibt die Broschüre „Landschaftselemente Warum?“ Auskunft. http://www.netzwerk-land.at/umwelt/landschaftselemente-broschuere/lse-broschuere *AMA = Agrarmarkt Austria


Mittwoch, 16. Juli 2014

Mehr Artenvielfalt braucht das Land

Der Zustand der österreichischen Natur gibt vielfach Grund zur Sorge. Die Ergebnisse des jüngsten Artikel-17-Berichts des Umweltbundesamts über den Zustand der Arten und Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse in Österreich sind alarmierend. Von einem günstigen Erhaltungszustand kann nur selten die Rede sein. Viele Lebensräume und Arten sind am Aussterben. Um dem entgegenzuwirken, gibt es seit 1992 das Programm Natura2000 der Europäischen Union, wo alle Mitgliedsländer dazu verpflichtet sind, ausreichend Lebensräume und ein zusammenhängendes Netzwerk für ein nachhaltiges Überleben der europäischen Natur sicherzustellen. Österreich ist seit 1995 Mitglied in der Europäischen Union und war bislang bei der Umsetzung säumig. Ein Mahnschreiben der Europäischen Kommission liegt mittlerweile vor und fordert Österreich auf, seinen Verpflichtungen nachzukommen.

Auch in Oberösterreich besteht vielfacher Nachholbedarf. Besonders Lebensräume im Norden (Hochlagen des Mühlviertels, Grünes Band), im Süden (Kalkalpen) und entlang der Donau müssen besser geschützt werden. Diese Lebensräume brauchen aber auch Verbindung und Vernetzung. Hier sind vor allem die überregionalen Wildtierkorridore und die Flüsse als Schutzflächen wichtig, um das ökologische Netzwerk Natura2000 mit Leben zu erfüllen.

Wie zu erwarten war, haben sich bereits die verschiedenen Interessensvertretungen in Stellung gebracht um gegen weitere Natura2000-Flächen zu lobbyieren. Mit Angstparolen und Falschinformation wird gegen den Naturschutz mobil gemacht. Umsetzung von Gemeinschaftsrecht ist aber kein nationales Wunschkonzert. Genauso wie es selbstverständlich ist, dass Gemeinschaftsrecht in den Bereichen Justiz, Verkehr, Finanzen oder in der Wirtschaft umgesetzt wird, so muss es mit der gleichen Selbstverständigkeit auch im Bereich der Biodiversität, für den Arten- und Lebensraumschutz umgesetzt werden. 

In der Wahl der Mittel zur Umsetzung sind die Mitgliedsstaaten hier freier, das Ziel ist aber dennoch klar vorgegeben: ein günstiger Erhaltungszustand für Lebensräume und Arten! Das macht auch Sinn, schließlich sind gesunde Lebensgrundlagen und funktionierende Ökosysteme Basis des menschlichen Lebens und Wirtschaftens, auch in Oberösterreich. Aus demselben Grund muss „Grüne Infrastruktur“ so selbstverständlich werden wie die andere Infrastruktur, die in Oberösterreich täglich mit großem Aufwand gebaut und erweitert wird, und auch mit hohem finanziellem Aufwand erhalten werden muss. Im Vergleich ist Grüne Infrastruktur in allen Belangen wesentlich günstiger – und jedenfalls nachhaltig.

Zukünftig werden Grundbesitzer in Natura2000-Gebieten profitieren, da viele Förderungen auf diese Schutzflächen konzentriert werden. Insbesondere dort, wo sich gute Lebensräume erhalten haben, soll die Bewirtschaftung so erhalten bleiben, wie sie bisher geschah. Wichtig auch: die beiliegende Karte zeigt die Vorkommensgebiete/den Suchraum von nachzufordernden Lebensräumen und Arten in OÖ. Die genaue Abgrenzung ist dann Sache der Behörde.

Neben der Ausweisung weiterer Schutzflächen ist auch die gute Umsetzung der bestehenden Schutzgebiete dringend geboten. Feigenblattnaturschutz kann nicht länger das Mittel der Wahl sein. Wo immer noch Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse verschwinden, aufgedüngt, drainagiert, planiert und zubetoniert werden hat die Biodiversität noch nicht den Stellenwert erreicht, den sie braucht für ein lebenswertes und zukunftsfähiges Oberösterreich. [mehr]

Dienstag, 15. Juli 2014

Zur Lage der Natur

Der Erhaltungszustand heimischer Arten und Lebensräume verschlechtert sich kontinuierlich. Werden nicht bald wirkungsvolle Maßnahmen gesetzt, droht die Vielfalt ganz aus Österreichs Natur zu verschwinden.

Nach Artikel 17 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie müssen die EU-Mitgliedstaaten alle sechs Jahre über den Erhaltungszustand sämtlicher Lebensräume und Arten im gesamten Staatsgebiet Bericht an die EU-Kommission erstatten. So auch Österreich: Der nationale Artikel 17-Bericht für den Zeitraum 2007-2012 bewertet den Erhaltungszustand von 74 Lebensraumtypen und 209 Arten von europäischem Interesse und liefert damit ein Bild über den Status quo der biologischen Vielfalt in Österreich. 

Ausgearbeitet wurde der Bericht vom Umweltbundesamt im Auftrag der Bundesländer und unter Beteiligung zahlreicherExpertInnen und Institutionen. Neben der Zustandsbewertunggibt der Report Auskunft über die Auswirkungen von Erhaltungsmaßnahmen sowie über Gefährdungsursachen von Arten und Lebensräumen.

Der Bericht soll ferner zur Verbesserung der Effizienz der Erhaltungsmaßnahmen beitragen und Ergebnisse europaweit messbar und vergleichbar machen. Die Analyse zeigt, dass der Handlungsbedarf groß ist und geeignete Erhaltungsmaßnahmen zur Wiederherstellung von günstigen Erhaltungszuständen sowohl bei Lebensraumtypen als auch bei Arten getroffen werden müssen. [mehr]

Donnerstag, 10. Juli 2014

Zukunft für den letzten Rest der Welser Heide!

Großer Brachvogel am 12. Juni 2014 am Flugplatz Wels, OÖ
Naturschutzverbände zum Flugplatz Welser Heide:

+ Freuen sich über den neuen Beschluss der Landesregierung für ein EU-Vogelschutzgebiet

+ Fordern von der Bundesregierung die Einbringung der Bundesflächen ohne faule Kompromisse

Die Naturschutzverbände freuen sich über den neuen Beschluss der Oö. Landesregierung, wonach der Flugplatz Welser Heide der EU-Kommission als EU-Vogelschutzgebiet gemeldet wird. Damit erfüllt die Landespolitik eine langjährige Forderung dieser Organisationen, zuletzt unterstützt von Brüssel.

Um das Hauptziel dieses neuen Europaschutzgebietes, den langfristigen Schutz der Brutlebensräume des Großen Brachvogels und die Erhaltung des letzten Stücks Welser Heide, zu erreichen, ist nun notwendig, dass die Republik Österreich ihre Flächen vollständig einbringt. Jetzt sind Minister Mitterlehner und die Bundesregierung am Zug, um die Flächen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ohne Wenn und Aber einzubringen und so endlich ihren internationalen Verpflichtungen zum Schutz der biologischen Artenvielfalt in Österreich nachzukommen. Die NGOs fordern angesichts der neuen Sachlage von Mitterlehner den Auftrag an die BIG endlich zu korrigieren und so den Antrag auf Teilumwidmung dieses Geländes in ein Betriebsbaugebiet zurück zu nehmen.

Die Oö. Landesregierung hat am 30.6.2014 beschlossen, den Flugplatz Welser Heide und das angrenzende Panzerübungsgelände der EU-Kommission als EU-Vogelschutzgebiet zu melden. Die NGOs gehen davon aus, dass die Landespolitik damit auch endgültig dem Vorhaben der Stadt Wels widerspricht, einen Teil des Geländes in ein Betriebsbaugebiet umwidmen zu wollen. Ein neues Betriebsbaugebiet in einem international anerkannten, relativ kleinen Vogelschutzgebiet zu errichten, widerspräche jedenfalls den Bestimmungen der EU-Vogelschutzrichtlinie. Aus Sicht von BirdLife Österreich stellt die jetzt vorgesehene Gebietsabgrenzung ein gerade noch akzeptables Mindestausmaß dar. BirdLife hat der EU diebezüglich ein deutlich größeres Areal vorgeschlagen.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Biber muss unter strengem Schutz bleiben!

Der Biber kehrt gerade wieder nach Mitteleuropa zurück.
Kürzlich war den Medien zu entnehmen, dass der Biber im Machland für Fehler beim Bau des Machlanddammes herhalten soll. Es wird befürchtet, dass Biber den Damm beschädigen und bei einem Hochwasser sich ein Dammbruch ereignen könnte. Der Machlanddamm ist wenige Jahre alt und bereits vor dem Bau wurde besonders darauf hingewiesen, dass der Damm Bibersicher errichtet werden muss. Leider wurden diese Empfehlungen in den Wind geschlagen. Jetzt will man den Biber zum Südenbock für eigene Fehler machen. Das ist allzu billig. Maßnahmen zur Abwehr von unmittelbaren Gefahren stehen selbstverständlich auch von unserer Seite außer Diskussion. Es kann aber nicht sein, dass Biber jetzt unter verschiedenen Vorwänden ein zweites mal dezimiert, bekämpft und ausgerottet werden. Der Biber ist momentan dabei seine angestammten Lebensräume in OÖ und Mitteleuropa wieder zu besiedeln. Er ist weit davon entfernt, sein gesamtes ehemaliges Verbreitungsgebiet wieder in Besitz genommen zu haben. Daher braucht der Biber weiterhin strengen Schutz. Und es ist an der Zeit die positiven Effekte des Bibers und seiner aktiven Lebensraumgestaltung in den Vordergrund zu rücken. Biber sind in der Lage völlig kostenlos unsere Gewässer zu renaturieren, wozu wir durch die Wasserrahmenrichtlinie sogar verpflichtet sind. Der Baumeister Biber kann Gewässerrenaturierung auch weit besser, als wir Menschen mit dem Bagger, wie mehrerer Studien belegen. Daher ist es an der Zeit für die Machlanddammgesellschaft und viele andere Gewässeranrainer, -nutzer und Behörden, bessere Lösungen für ein gutes Zusammenleben von Mensch und Biber zu suchen, als immer nur den alten Ruf nach "Management und Entnahme" zu rufen oder diesem nachzugeben. Dies hieße ja nichts anders, als Biber zu töten. Das ist ökologisch gänzlich widersinnig und es gibt dafür in der Gesellschaft keine Mehrheit!

Montag, 12. Mai 2014

Vor allem mehr wilde Wälder wünschen sich
viele Menschen!
Studie: Fast jeder Zweite wünscht sich mehr Wildnis

Fast jeder Zweite wünscht sich mehr Wildnis. Das zeigt die Studie zum "Naturbewusstsein 2013" vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), die im April 2014 in Bonn vorgestellt wurde. Demnach würden es 42 Prozent der Befragten begrüßen, wenn es in Deutschland mehr Naturflächen gäbe, die sich selbst überlassen werden.

Der Studie zufolge verbinden 55 Prozent der Deutschen den Begriff "Wildnis" vor allem mit exotischen Tieren wie Tiger, Löwe, Elefant und Krokodil. 44 Prozent denken bei Wildnis an Wälder, Regenwald und Dschungel. Für jeden dritten Deutschen bedeutet Wildnis "unberührte Natur". 64 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass es Wildnis nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in Deutschland gibt. Die Rückkehr heimischer Wildtiere wird daher auch grundsätzlich begrüßt. Besonders beliebt sind Biber (67 Prozent), Luchs (64 Prozent) und Wildkatze (63 Prozent). Weniger begeistert sind die Bundesbürger vom Waschbär (48 Prozent). Die geringste Sympathie bringen sie dem Wolf entgegen. Nur 44 Prozent der Befragten finden es gut, wenn sich dieses Raubtier in Deutschland weiter ausbreitet. 

BfN-Präsidentin Beate Jessel wertet die Studie insgesamt als Beleg für den hohen Rückhalt in der Bevölkerung für Naturschutzgebiete und Nationalparks. "Wildnis ist ein sehr emotionaler Begriff", sagte Jessel der "Welt". "Was als Wildnis wahrgenommen wird, hängt sehr stark vom kulturellen Hintergrund eines Menschen ab." Die Bundesregierung hat im Rahmen ihrer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bereits festgelegt, dass sich bis 2020 auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche Deutschlands Wildnis entwickeln soll.

Das Studienergebnis ist auch für OÖ ein Ansporn, mehr Wildnis zu fördern und zu schützen!



Fischotter
Mehr Akzeptanz gegenüber Fischotter & Co ist auch in OÖ dringend nötig

Fischotter, Seeadler, Gänsesäger, Graureiher, Eisvogel, Kormoran, Fischadler und Co - alle fressen Fische. Daher werden diese Tiere sehr oft in ein schlechtes Licht gerückt. Allzuoft liest man in der Zeitung negatives über diese Tiere. Dabei waren sie bis vor kurzem großteils ausgerottet und haben sich nur langsam ihren einstigen Lebensraum zurückerobert oder sind gerade erst wieder dabei.

Die negative Berichterstattung geht fast ausschließlich von Fischern und deren Interessensvertretungen aus. Leider wird hier oftmals ganz bewusst auf Märchen- und Legendenbildung gesetzt. Eines dieser Märchen ist jenes von den angeblich ausgesetzten Ottern. Standhaft wird dieses Gerücht gestreut und viele glauben es bereits oder auch all zu gern. Dabei erobern sich Fischotter ihren alten Lebensraum aus gänzlich eigener Kraft zurück, ganz ohne Zutun des Menschen. Aber eine einfache Sündenbockargumentation ist halt um vieles einfacher als die vielschichtige Wirklichkeit. Oft vergessen wird daher auch der schlechte Zustand unserer Fließgewässer, neben der Verschmutzung (Nachklärung von Abwässern, Intensivlandwirtschaft mit Gülle) sind es vor allem die vielen Staustufen, Regulierungen, Drainagen und Ausleitungsstrecken, die unsere Bäche & Flüsse und damit den Fischlebensraum drastisch verschlechtert haben bzw. noch immer verschlechtern. 

Aber E-Wirtschaft und Landwirtschaft erscheinen übermächtig. Mit oftmaligen und teuren Besatzmaßnahmen versucht man gegenzulenken, doch das kann nicht nachhaltig gelingen, solange der Lebensraum nicht wieder in Ordnung gebracht wird. Vielmehr deckt man dem Otter den Tisch immer wieder aufs Neue und greift so unnötig ein, in das natürliche Wechselspiel von Beute und Erbeuter. Da der Otter allemal der bessere Fischer ist, bleibt für den Angler schlussendlich weniger übrig. 

Wo gilt es also anzusetzten? Renaturierung unserer Fließgewässer hat oberste Priorität. Wasserrahmen- und FFH-Richtlinie legen es uns ohnehin nahe, nur geschehen tut zu wenig. Es braucht auch wieder mehr Struktur in den Gewässern und mehr Laichplätze. Dazu sind die kleinen Seitenbäche und Nebengerinne (Wiesengräben, ...) sehr wichtig. Gänzlich kostenlos schafft uns der Biber wieder neue Strukturen, Einstände, schafft Lebensraum und Nahrung für die Fische. Auch gilt es um jeden Liter Restwasser und um jede Fischtreppe zu kämpfen. Die E-Wirtschaft nutzt laufend öffentliches Gut zum Betrieb ihrer Werke und zur Generierung von Gewinn, daher ist auch eine laufende Kompensation der beeinträchtigten Ökosystemleistungen zu fordern. Keine Lösung sind "Entnahmen" von Tieren. Das würde nur unnötige Unruhe in die Population bringen und die Wirkung wäre nur von kurzer Dauer. Überdies sind Fischotter nicht umsonst geschützt. Otterweibchen können das ganze Jahr über Junge bekommen, eine waidgerechte und ethische Jagd auf sie daher praktisch nicht möglich.

Schlussendlich wird auch mehr Akzeptanz notwendig sein für unsere Mitgeschöpfe. Aber wer die ökologischen Zusammenhänge kennt, wird sich damit nicht schwer tun, dem interessanten Gesellen seine Daseinsberechtigung zuzugestehen.